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Medizinisches Cannabis von der Steuer absetzen und Kostenübernahme prüfen

Sie zahlen Ihre Cannabistherapie selbst? Ärztlich verordnete Medikamente und notwendige Behandlungskosten können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden. Für Privatversicherte kann außerdem eine tarifabhängige PKV-Erstattung infrage kommen. Hier erfahren Sie, welche Nachweise wichtig sind, wie der Steuerabzug funktioniert und was bei der Kostenübernahme zu beachten ist.

Stand 4. Oktober 2026 · Mit Rechenbeispiel und amtlichen Quellen

Apothekenbelege, Arzneimittelflasche und Taschenrechner auf einem Schreibtisch: Therapiekosten für die Steuererklärung sammeln

Die wichtigsten Antworten vorab

Steuer

Anerkennungsfähige selbst getragene Krankheitskosten können als außergewöhnliche Belastungen zählen. Steuerlich wirkt grundsätzlich nur der Betrag oberhalb Ihrer persönlichen zumutbaren Belastung. [1]

Privatpraxis

Cureal bietet keine GKV-Leistungen. Gesetzlich Versicherte nutzen die Behandlung als Selbstzahler. Eine PKV-Erstattung richtet sich nach medizinischer Notwendigkeit und dem individuellen Versicherungsvertrag. [6]

Beides zusammen

Erstattete Kosten dürfen nicht zusätzlich als selbst getragene Ausgaben angesetzt werden. Bestehende Erstattungsansprüche sind ebenfalls zu berücksichtigen. [3]

Kann ich meine Cannabistherapie steuerlich absetzen?

Ja, das kann möglich sein. Für eine ärztlich verordnete, medizinisch notwendige Cannabistherapie gelten grundsätzlich die Regeln für Krankheitskosten. Entscheidend sind die medizinische Veranlassung, die erforderlichen Nachweise und die tatsächlich verbleibende finanzielle Belastung. Eine private Verordnung schließt den Steuerabzug nicht aus. [1, 2, 3]

Die Ausgaben werden nicht direkt von Ihrer Steuerrechnung abgezogen. Ein anerkannter Abzugsbetrag vermindert die steuerliche Bemessungsgrundlage. Wie viel Steuer Sie dadurch sparen, hängt von Ihrer gesamten Steuerberechnung ab. Ohne entsprechende Einkommensteuerbelastung entsteht nicht automatisch eine Auszahlung.

Welche Kosten berücksichtigt werden können

In Betracht kommen verordnete Cannabisarzneimittel aus der Apotheke sowie notwendige ärztliche Beratungen und Untersuchungen. Medizinisch erforderliche Behandlungsfahrten und Hilfsmittel sind gesondert zu prüfen. Zubehör oder private Konsumausgaben werden durch den Patientenstatus allein nicht zu absetzbaren Krankheitskosten. [2, 3]

Cannabisarzneimittel aus der Apothekekommt in Betracht
Ärztliche Beratungen und Untersuchungenkommt in Betracht
Behandlungsfahrten und Hilfsmittelgesondert prüfen
Zubehör und private Konsumausgabennicht automatisch

Rechenbeispiel mit 500 Euro monatlichen Kosten

Annahmen: alleinstehend, Grundtarif, keine steuerlich berücksichtigungsfähigen Kinder, 30.000 € Gesamtbetrag der Einkünfte. Im Jahr fallen 6.000 € vollständig anerkennungsfähige Krankheitskosten an. Es gibt keine Erstattungen, Ersatzansprüche oder weiteren außergewöhnlichen Belastungen.

Berechnung Schritt für Schritt
SchrittRechnungBetrag
Jährliche Kosten500 € × 12500 € × 126.000,00 €
Erste Einkommensstufe15.340 € × 5 %15.340 € × 5 %767,00 €
Weitere Einkünfte14.660 € × 6 %14.660 € × 6 %879,60 €
Zumutbare Belastung767,00 € + 879,60 €767,00 € + 879,60 €1.646,60 €
Möglicher Abzugsbetrag6.000,00 € − 1.646,60 €6.000,00 € − 1.646,60 €4.353,40 €
So entsteht die zumutbare Belastung von 1.646,60 €
15.340 € × 5 %767,00 € 14.660 € × 6 %879,60 €
0 €30.000 € Gesamtbetrag der Einkünfte

Beleg-Checkliste für Ihre Cannabistherapie

Sammeln Sie für jedes Steuerjahr: [2, 3]

  • ärztliche Verordnungen beziehungsweise geeignete E-Rezept-Nachweise
  • Apothekenrechnungen und Rechnungen notwendiger Arztleistungen
  • Zahlungsnachweise mit Zuordnung zu den Rechnungen
  • Abrechnungen der Versicherung und Angaben zu Erstattungen
  • bei geltend gemachten Fahrten Datum, Strecke und Behandlungsanlass
  • zusätzliche medizinische Nachweise, soweit sie für den Einzelfall erforderlich sind

Was bei E-Rezepten auf dem Beleg stehen sollte

Beim eingelösten E-Rezept kann der Apothekenbeleg beziehungsweise die Rechnung der Online-Apotheke als Nachweis dienen. Erforderlich sind insbesondere Name der behandelten Person, Arzneimittel oder Leistung, Betrag und Rezeptart. Für privat Versicherte ist alternativ der entsprechende Apotheken-Kostenbeleg vorgesehen. Die Vereinfachung bei fehlendem Namen galt nur für 2024. [7]

Hände sortieren Apothekenbelege abends in einen Ordner

Belege sammeln, Erstattungen getrennt erfassen, nichts doppelt ansetzen.

Privatpraxis und mögliche Kostenerstattung

Cureal behandelt privatärztlich

Cureal ist eine Privatpraxis. Unsere Behandlungen werden privat abgerechnet; Leistungen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung bieten wir nicht an. Auch gesetzlich Versicherte können sich bei uns als Selbstzahler behandeln lassen. Mit Ihrer Buchung entsteht kein Anspruch auf eine Erstattung durch die GKV.

Ärztliche Honorare und Arzneimittelkosten sind getrennte Ausgaben. Informieren Sie sich vor der Behandlung über die Praxisleistungen und deren Kosten. Die Arzneimittel beziehen und bezahlen Sie in der Apotheke. Bewahren Sie die jeweiligen Rechnungen für Ihre Unterlagen auf.

Patientin liest zu Hause ein Schreiben ihrer Versicherung

Was für gesetzlich Versicherte als Selbstzahler gilt

Wenn Sie gesetzlich versichert sind und sich für eine Behandlung bei Cureal entscheiden, tragen Sie die privaten Behandlungskosten selbst. Auch ein Privatrezept ist kein Kassenrezept. Die Einreichung einer Privatrechnung macht daraus nicht automatisch eine erstattungsfähige GKV-Leistung. [5]

Für selbst getragene, medizinisch notwendige Kosten kann unabhängig davon eine steuerliche Berücksichtigung infrage kommen. Dabei gelten die Voraussetzungen und Nachweisanforderungen für außergewöhnliche Belastungen. Eine GKV-Erstattung wird von Cureal weder angeboten noch zugesagt. [1, 2, 3]

Private Krankenversicherung

Sind Sie privat krankenversichert, kann Ihr Versicherer Kosten im Rahmen Ihres Vertrags erstatten. Entscheidend sind die medizinische Notwendigkeit und Ihr konkreter Tarif. Selbstbehalte, Erstattungsgrenzen und weitere Vertragsbedingungen können den erstatteten Betrag beeinflussen. [6]

Bei Cannabisarzneimitteln sind eine ärztliche Verordnung und der Bezug aus der Apotheke wichtige Voraussetzungen. Sie sichern für sich allein jedoch keine Erstattung. Auch bei ärztlichen Honoraren ist der tarifliche Leistungsumfang zu beachten. [6]

Der Weg Ihrer Kosten
  1. Zwei getrennte RechnungenÄrztliches Honorar der Praxis und Arzneimittel aus der Apotheke
  2. VersicherungPKV: nach Tarif und Einzelfall. GKV: kein Erstattungsanspruch durch die Buchung
  3. EigenanteilWas Sie tatsächlich selbst tragen
  4. Steuer prüfenAls außergewöhnliche Belastung, mit Nachweisen

So klären Sie eine mögliche PKV-Erstattung

Fragen Sie Ihren Versicherer vor einer geplanten längerfristigen Behandlung möglichst schriftlich, ob und in welchem Umfang die vorgesehenen Arztleistungen und Arzneimittel versichert sind. Erkundigen Sie sich nach den benötigten Unterlagen. Hilfreich können Befunde, eine medizinische Begründung und Angaben zu den erwarteten Kosten sein.

Cureal stellt keine verbindliche Erstattungszusage für Ihren Versicherer aus. Ob die Versicherung zahlt, entscheidet sie nach Ihrem Vertrag und der Prüfung des Einzelfalls. Nicht erstattete, steuerlich geeignete Eigenanteile können Sie anschließend für Ihre Steuererklärung prüfen lassen.

Ihre nächsten Schritte für die Steuererklärung

Kosten und Erstattungen nach Jahren ordnen

Ordnen Sie die Ausgaben grundsätzlich dem Jahr zu, in dem Sie bezahlt haben. Erfassen Sie Rechnungsbetrag, Zahlungsdatum und Erstattungen getrennt. Auch weitere nachweisbare Krankheitskosten des Jahres können relevant sein. Vermeiden Sie doppelte Ansätze derselben Ausgabe. [3, 7]

In ELSTER die richtige Anlage verwenden

Erfassen Sie die geeigneten Aufwendungen in der Anlage Außergewöhnliche Belastungen im Bereich Krankheitskosten. Tragen Sie Erstattungen in die dafür vorgesehenen Felder ein. Die zumutbare Belastung nicht nochmals eigenständig vom erfassten Kostenbetrag abziehen. Belege halten Sie für Rückfragen bereit beziehungsweise reichen sie nach den Vorgaben der Ausfüllhilfe ein. [7]

Nachweise und Bescheid prüfen

Prüfen Sie, ob die eingetragenen Beträge und Erstattungen vollständig sind. Bei Rückfragen des Finanzamts helfen geordnete Rechnungen und Verordnungsnachweise. Wenn später eine Versicherung Kosten erstattet, die bereits steuerlich berücksichtigt wurden, informieren Sie Ihre Steuerberatung oder das Finanzamt, damit die Zuordnung geprüft werden kann. [3]

2022Steuerjahr
vier Jahre bei freiwilliger Erklärung
31.12.2026Frist endet

Häufige Fragen zu Steuer und Erstattung

Ablauf und Kosten ansehen Cureal Maskottchen, das durch die häufigen Fragen führt

Ein Privatrezept schließt die steuerliche Berücksichtigung nicht aus. Es ersetzt aber nicht die Prüfung der übrigen Voraussetzungen. Bewahren Sie Verordnung, Rechnung und Zahlungsnachweis auf; maßgeblich ist die medizinisch veranlasste und selbst getragene Belastung. [2, 3]

Nein, ein Steuerabzug bedeutet keine vollständige Erstattung. Im Rechenbeispiel auf dieser Seite wird nur der Teil oberhalb der zumutbaren Belastung zum möglichen Abzugsbetrag. Eine Versicherungsleistung folgt wiederum eigenen Voraussetzungen. Beide Ergebnisse müssen getrennt betrachtet werden. [1, 4, 6]

Ja. Dass Cureal privat abrechnet, schließt die steuerliche Prüfung medizinisch notwendiger Ausgaben nicht aus. Die Voraussetzungen für Krankheitskosten und die vorgeschriebenen Nachweise müssen erfüllt sein. Ein Steuerabzug oder eine bestimmte Ersparnis wird dadurch nicht garantiert. [1, 2, 3]

Weitere Fragen zu Ihren Therapiekosten

Das ist nicht automatisch möglich. Für ein Hilfsmittel müssen die medizinische Erforderlichkeit und die vorgeschriebenen Nachweise geprüft werden. Bei Gegenständen, die zugleich allgemeine Gebrauchsgegenstände sein können, können strengere Nachweisanforderungen gelten. Klären Sie dies möglichst vor dem Kauf. [2]

Nur der tatsächlich selbst getragene und steuerlich geeignete Anteil kommt in Betracht. Beispiel: Von 2.000 € geeigneten Kosten erstattet die Versicherung 1.200 €. Zunächst verbleiben 800 € Eigenaufwand; ob daraus ein Steuerabzug entsteht, hängt auch von den übrigen Jahreskosten und der zumutbaren Belastung ab. [1, 3]

Eine allgemeine gesetzliche Vorab-Genehmigungspflicht für Cannabisarzneimittel wie im GKV-Verfahren besteht in der PKV nicht. Eine schriftliche Klärung kann dennoch helfen, den versicherten Umfang und benötigte Nachweise vorab zu kennen. Prüfen Sie Ihre Vertragsbedingungen. [6]

Nein. Cureal ist eine Privatpraxis und bietet keine Leistungen zulasten der GKV an. Gesetzlich Versicherte werden bei uns als Selbstzahler behandelt. Für die Behandlung gelten die vorab vereinbarten privaten Honorare; Arzneimittel auf Privatrezept bezahlen Sie separat in der Apotheke.

Ein freiwilliger Verzicht auf eine mögliche Erstattung kann den steuerlichen Abzug gefährden. Lassen Sie vorab prüfen, wie sich Erstattungsansprüche, Beitragsrückerstattung und Selbstbehalt in Ihrem Fall auswirken. Eine bloße Nicht-Einreichung von Rechnungen macht die Ausgaben nicht automatisch steuerlich abzugsfähig. [3]

Nein. Allgemeine Durchschnittserstattungen oder Werbebeispiele lassen sich nicht auf Ihre Cannabistherapie übertragen. Ein aussagekräftiges Ergebnis benötigt Ihre persönlichen Steuerdaten. Auch die Addition einer durchschnittlichen allgemeinen Steuererstattung zu einer geschätzten Therapieersparnis ergibt keine verlässliche Prognose.

Ihre Behandlung medizinisch klären und Kosten im Blick behalten

Sie möchten wissen, ob eine Cannabistherapie für Ihre Beschwerden infrage kommt? Informieren Sie sich über den Behandlungsablauf und die Honorare bei Cureal oder vereinbaren Sie einen ärztlichen Termin. Bringen Sie vorhandene Befunde und Informationen zu bisherigen Therapien mit. Die Behandlung richtet sich nach medizinischen Kriterien.

Hinweis und Quellen

Allgemeine Informationen, keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Über die steuerliche Anerkennung und Versicherungsleistungen entscheiden die zuständigen Stellen. Cureal garantiert weder eine Verordnung noch eine Erstattung oder einen bestimmten Steuervorteil.

  1. [1]§ 33 EStG: außergewöhnliche Belastungen und persönliche Grenze
    https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__33.html
  2. [2]§ 64 EStDV: Nachweise
    https://www.gesetze-im-internet.de/estdv_1955/__64.html
  3. [3]BMF EStH 2025: § 33 und Hinweise zu Krankheitskosten
    https://esth.bundesfinanzministerium.de/esth/2025/A-Einkommensteuergesetz/IV-Tarif-31-34b/Paragraf-33/inhalt.html
  4. [4]BFH VI R 75/14: stufenweise Berechnung
    https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE201710072/
  5. [5]§ 13 SGB V: Kostenerstattung
    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__13.html
  6. [6]§ 192 VVG und PKV-Serviceportal zur Cannabistherapie
    https://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__192.html
    https://www.privat-patienten.de/arzneien-und-hilfsmittel/erstattet-die-pkv-die-kosten-fuer-eine-cannabis-therapie/
  7. [7]ELSTER: Anleitung zur Einkommensteuererklärung 2025
    https://www.elster.de/elsterweb/helpGlobal?themaGlobal=help_est_ufa_10_2025
  8. [8]Finanzverwaltung Hessen: Steuererklärung 2022
    https://finanzamt.hessen.de/service/finanzaemter-in-hessen/abgabeverpflichtung-von-steuererklaerungen-2022
  9. [9]§ 172 AO: Änderung von Steuerbescheiden
    https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__172.html

Recherche- und Textstand: 4. Oktober 2026.

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